Trageberatung Schwerelos – Aus der Wissenschaft

Der Mensch ist ein Tragling.

Mit dem Begriff „Tragling“ grenzt die Wissenschaft einen speziellen Jungtier-Typus von den sog. „Nesthockern“ und „Nestflüchtern“ ab. Die Sinne (z.B. Sehen, Hören) des Nesthockers sind nach der Geburt nicht oder wenig entwickelt, die Jungtiere sind vollständig auf die Versorgung durch die Eltern angewiesen. Nestflüchter als „Miniatur-Ausgabe“ der Eltern sind hingegen schnell selbständig unterwegs.

Die Zuordnung der menschlichen Neugeborenen zu einer der beiden Gruppen fällt schwer. Augen und Ohren sind geöffnet, sich selbstständig fortbewegen können sie jedoch nicht. Dafür sind sie mit Eigenschaften ausgestattet, die sie zum perfekten Tragling machen. Dazu zählen:

– Die Anhock-Spreiz-Haltung, die das Baby automatisch einnimmt, sobald es hochgehoben wird (für einen perfekten Hüftsitz);
– Der gerundete Rücken (der das Nach-Hinten-Kippen beim Getragenwerden verhindert);
– Die Greif-Reflexe von Händen und Füßen (damit hat sich das Baby im (früher noch vorhandenen) Fell festgehalten);
– Die leicht nach innen gerundeten Unterschenkel (die ein Anklammern vereinfachen);
– Das „Kontaktrufen“ das einsetzt, wenn das Baby abgelegt wurde (weil das Abgelegt-Sein früher größte Gefahr bedeuten konnte).